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Digitalisierung und Agiliät

Agilität und Digitalisierung gehen zusammen

Im Zusammenhang mit der Digitalisierung taucht immer öfter ein Begriff auf – „agil“: Agile Software-Entwicklung, agile Unternehmensorganisation, agile Prozessmodelle. Der Duden übersetzt den Begriff mit „von großer Beweglichkeit zeugend; regsam und wendig“. Was hat das mit Digitalisie­rung zu tun, wird da nicht wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben? Das könnte man meinen – allerdings sind beide Begriffe auf eine für den Erfolg der Digitalisierung sehr wesentliche Art mitein­ander verzahnt.

Die Digitalisierung drückt sich aus in einer starken Individualisierung der Produkte bei einer gegen­über heute enorm verstärkt flexibilisierten Produktion. Kunden und Geschäftspartner sind direkt in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse eingebunden, die Produktion wird mit hochwertigen Dienst­leistungen verknüpft. Intelligentere Monitoring- und Entscheidungs­strukturen werden Unternehmen und die gesamte Wertschöpfung nahezu in Echtzeit steuern und optimieren.

Die Digitalisierung und der Zahn der Zeit

Unternehmen, die früh digitalisieren, sichern sich als sogenannte „First Mover“ Marktvorteile gegenüber dem Wettbewerb. Schaut man in die Geschichte, waren alle drei bisherigen industriellen Revo­lutionen irgendwann abgeschlossen, hatten sich in der Breite durchgesetzt. Auch die vierte industrielle Revolution wird eines Tages die ganze entwickelte Welt flächendeckend erreicht haben. Sobald dieser Zustand eintritt, wird der Vorsprung der First Mover aufgebraucht und kompensiert sein. Was kommt dann? Warten auf die nächste Technologie-Revolution und alles wieder von vorn? Hier liefert Agilität den Ansatz, der dauerhaft einen Wettbewerbsvorteil sichern kann.

Wettbewerbsvorteil agile Organisation

Die Vision von der Digitalisierung wird erst möglich, wenn die Menschen in den Organisationen diesen Takt aufnehmen, die notwendigen Veränderungen an Prozessen und Entscheidungsstrukturen internalisieren und umsetzen. Genau hier schließt sich der Kreis, hier kommt Agilität ins Spiel – als Beweglichkeit von Organisationen, in denen rege und wendige Menschen agieren. Agilität wird der Faktor sein, der auch noch nach dem Abschluss der vierten industriellen Revolution einen Wettbewerbsvorteil bietet. Ob als First Mover oder Late Adopter: Wer sich auf dieses Thema einlässt, agile Strukturen im Unternehmen schafft, wird dauerhaft vorne mitspielen können.

Charakteristiken agiler Organisationen

Wie aber zeigt sich diese Beweglichkeit und Wendigkeit? Agilität heißt ganz sicher nicht, schneller und unter noch mehr Druck zu arbeiten. Agilität ist nichts anderes als ein pfiffiger Ansatz, Menschen in Organisationen zur Hochform auflaufen zu lassen.
Drei Dinge machen agile Organisationen aus:

Kleine Teams

Teams sind nun wirklich nichts Neues, weder große noch kleine. Was ist denn so grundlegend neu, dass man dafür ein neues Schlagwort erfinden muss?
Heutige Teams haben stark bürokratische Züge: Arbeitspakete werden erst definiert, dann verteilt, jeder erarbeitet sein Paket und liefert es nach Fertigstellung an den Projektleiter ab. Dasselbe Prinzip wiederholt sich über mehrere Hierarchieebenen, über Team-, Abteilungs- und Bereichsstrukturen. Dabei agiert der jeweilige Vorgesetzte als Kopf, die Mitarbeiter sind die Ausführenden. Kunden­kontakt ist eine abgesetzte Funktion auf dedizierten Hierarchieebenen.

Mit diesem Prinzip bricht die agile Organisation: Kleine, aufgabenübergreifend zusammengesetzte Teams, die direkt mit dem Kunden zusammenarbeiten und autonom agieren. Kurze Zyklen und in kleine Ein­heiten aufgebrochene Arbeitspakete prägen die Zusammenarbeit ebenso wie ständige Feedback-Schleifen mit dem Kunden. Abteilungsgrenzen weichen auf, Fachkompetenz und Koope­rationssinn gewinnen an Bedeutung. Richtig umgesetzt entsteht eine enorme Dynamik, die sich neben einer hohen Leistungs­fähigkeit des Teams in einem hohen Durchsatz auszahlt. Und, in einem dynamisierenden Effekt, nämlich enorm viel Freude an der Arbeit.

Die besondere Kundenbeziehung

Bei uns steht der Kunde im Mittelpunkt – bei Ihnen doch sicher auch? Für agile Organisationen gilt das ebenso wie für Sie und mich. Und doch ist da etwas anders, auf eine ganz subtile Art anders. Zwar reklamieren alle mir bekannten Unternehmen für sich, den Kunde sozusagen auf Händen zu tragen. Schaut man aber genauer hin, müssen dieselben Hände zuvor jede Menge interner Ziel­vorgaben, Systemanforderungen erfüllt und Prozessziele erreicht haben. Anders gesagt: Wie Pro­dukte beschaffen, welche Dienstleistungen in welchem Umfang angeboten werden, wird von intern bestimmt.
Nicht alle Kunden geben sich mit dieser Art von Service zufrieden. Der eine oder andere mag sich abwenden und einen Anbieter suchen, das ihm genau das bietet, was er sucht. Sogar dann, wenn dieser Anbieter es erst entwerfen und produzieren muss. Und genau da liegt der Unterschied, diese Besonderheit zeichnet das Verhältnis von agilen Unternehmen zu ihren Kunden aus. Hier mani­festiert sich der enorme Wettbewerbsvorteil, den die Digitalisierung bietet, in voller Breite.

Arbeiten in vernetzten Strukturen

Was passiert eigentlich, wenn eine sauber strukturierte hierarchische Organisation in lauter kleine, fachlich übergreifende Teams aufgeteilt wird? Was dabei entsteht, ist eine Art Netz. Dieses Netz hat so viel mit der bürokratischen Organisation gemeinsam wie ein Schlachtschiff mit einer Flotte aus lauter Rennbooten. Damit die Rennboote das Spiel gewinnen, müssen sie zusammenarbeiten, sich die Bälle zuwerfen, das gemeinsame Ziel zu jeder Zeit im Blick haben und auf den Kunden zu arbei­ten. Der Kapitän hat ausgedient, die Rennboote werden von Experten gesteuert, die ihr Handwerk (respektive Kopfwerk) verstehen.  Das erfordert eine Menge an Vertrauen, das sich in heutigen Organisationen noch ausdifferenzieren muss. Trotzdem sind agile Organisationen keine anarchi­schen Räume. Sie sind nicht flach strukturiert, auch wenn alle Verantwortungsträger untereinander gleich­rangig sind. Nicht mehr die Zufriedenheit eines Chefs definiert gute Leistung, an seine Stelle tritt der zufriedene Kunde. In diesen Strukturen fällt Inkompetenz auf, die sich im Bauch des Schlacht­schiffs noch problemlos hat verbergen können. In der digitalisierten Arbeitswelt liefern Manager ihren Beitrag auf Augenhöhe, was eine dramatisch andere Führungskultur bedeutet – die wahrscheinlich größte Herausforderung für eine gelingende Digitalisierung, vom Handwerksbetrieb bis zum Konzern.

 

Zum Weiterlesen (in englischer Sprache):

Harvard Business Review:
„Embracing Agile“ von Darrel K. Rigby, Jeff Sutherland und Hirakata Tekeuchi https://hbr.org/2016/05/embracing-agile

Forbes.com:
„Explaining agile“ von Steve Denning http://www.forbes.com/sites/stevedenning/2016/09/08/explaining-agile/#2a6d87f42ef7

 


Über die Autorin:

Das VBU-Mitglied Rita Seidel berät bundesweit Unternehmen in Fragen der Mitarbeitergewinnung. Dabei setzt sie auf innovative Ansätze als wirksame Instrumente gegen den Fachkräftemangel. Dem Thema Digitalisierung widmet sie sich insbesondere, da sich daraus besondere Anforderungen für ein zukunftssicherndes Recruiting in mittelständischen Unternehmen ergeben.

rise PERSONALBERATUNG

Rita Seidel | Burgweg 25 | 53639 Königswinter
T +49 (0)2244 901390 | Rita.seidel@rise-personal.de

https://rise-personalberatung.com | http://xing.to/Rita_Seidel

Entscheidungshilfen der Offensive Mittelstand für die Einführung der 4.0 Technologien.

Mittelstand 4.0 Entscheidungshilfen der Offensive Mittelstand

Ein Unternehmen wird zukunftstauglich

INQA und die Offensive Mittelstand (deren Partner die Mittelstandsexperten des VBU sind) haben „Mittelstand 4.0 Entscheidungshilfen“ zur Verfügung gestellt. Diese können von jedem Unternehmen selbstständig eingesetzt werden oder gemeinsam mit fachkundigen und autorisierten Beratern der Offensive Mittelstand bearbeitet werden.

Sie sind eine gute Orientierungshilfe im evolutionären Prozess der Einführung neuer Technologien und Arbeitsweisen. Bei Nachfragen stehe ich Ihnen zur Verfügung. (Kontakt)

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2016 – Jahr der Digitalisierung im Mittelstand

Digitalisierung im Mittelstand – ein Dauerbrenner

Digitalisierung – was bedeutet das für Sie?

Kommentar zur Mittelstand 4.0 Studie des IFM

Das Thema Digitalisierung und darauf aufbauende Geschäftsmodelle begleiten mich seit 2014. Für mich als Berater bedeutet es, viele Stunden mit Weiterbildung und in Diskussionen zu verbringen, denn Industrie 4.0 Technologien lassen sich nicht einfach auf den Mittelstand anwenden. Die Voraussetzungen und Kulturen unterscheiden sich deutlich voneinander. Nun liegt eine Studie zum Thema vor: „Bedeutung der Digitalisierung im Mittelstand“ (IfM-Materialien Nr. 244). Lesen Sie hier meine persönliche kommentierte Zusammenfassung, VBU Partner, Ralf Hasford.

Hasford Business Moderation. Erfolgreich in digitalen Zeiten

Erfolgreich in digitalen Zeiten

Aufrütteln: Studie „Bedeutung der Digitalisierung im Mittelstand“

Wie es begann, zum Massenthema zu werden? In der Studie hat das Institut für Mittelstand IFM Bonn im November 2015 die Ergebnisse der Befragung von überwiegend mittelständischen Unternehmen veröffentlicht. Christian Schröder, Susanne Schlepphorst und Rosemarie Kay haben im Auftrag der Stadtsparkasse Düsseldorf im Frühjahr 2014 eine Unternehmensbefragung im Großraum Düsseldorf durchgeführt. Schwerpunkt: Einschätzungen der Bedeutung der Digitalisierung für das eigene Unternehmen, untergliedert in Allgemein / Vertrieb / Produktion / Personal / Datensicherheit / Geschäftsmodell. Von ca. 3.800 Unternehmen haben 227 Unternehmer den standardisierten Fragebogen vollständig beantwortet.

Zusammenfassend kann gesagt werden, für einen Großteil der befragten Unternehmen haben Digitalisierung und digitale Geschäftsmodelle eine hohe Bedeutung erlangt. Wenn der Begriff auch nicht einheitlich verstanden wird. Gleichzeitig stellt die Studie fest: „Dass sich die Digitalisierung für Unternehmen lohnt, deutet der positive Zusammenhang zwischen Unternehmen mit hohem Umsatzwachstum und einem gleichzeitig hohen Digitalisierungsgrad an.“

Die immer bleibende Frage: Ohnmacht oder Ignoranz?

Mit der Unternehmensgröße verändern sich die eigenen Einschätzungen, wie man für die Digitalisierung vorbereitet sei. Unternehmen mit mehr als 10 Mio. € Umsatz sehen sich besser vorbereitet als kleinere Unternehmen. Unternehmen mit einem Jahresumsatz 2 … 10 Mio. € schätzen ihren Stand selbst als „schlecht“ ein. Jedoch muss festgestellt werden, dass „Digitalisierung“ für viele der kleineren Unternehmen immer noch die eigene Webseite und maximal ein Onlineshop bedeutet. Hoffentlich hat sich der Blick hier im zurückliegenden Zeitraum kolossal gewandelt.

Der Versuch die Ursachen zu benennen

Die eigene IT-Abteilungen (IT = Informationstechnologie) wird als Treiber der Digitalisierung identifiziert. Kostengründe und hoher Ressourcenaufwand würden gerade bei kleinen Unternehmen auf die IT-Nutzung verhindernd wirken. Die Folge ist eine geringe IT Spezialisierung mit der akuten Gefahr, die komplexeren Trends der IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie) zu verschlafen und damit ihre Relevanz zu verkennen. Das bedeutet, dass Worte wie ERP Systeme, CRM oder MES, Einsatz von RFID sowie sensorbasierende Datenerfassung weiterhin nur ein undeutliches Rauschen in den Ohren von Inhaber und Geschäftsleitung auslösen. Jeder dritte Befragte sagte, „den zahlreichen Trends in der Informations- und Kommunikationstechnologie kaum noch folgen zu können“.

Schockierend ist, dass kleinere und größere Unternehmen diese Einschätzung im gleichen Maße treffen. Das weist darauf hin, dass die Informationsdefizite gerade bei kleinen Mittelständlern noch viel tiefersitzen.

Digitalisierungsprozesse werden durch die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) vorangetrieben, begünstigt durch eine ständig steigende Leistungsfähigkeit von Hard- und Software. Das Internet of Things (IoT), also die zunehmenden Vernetzung von Gegenständen durch das World Wide Web, ist ein Beispiel dafür (es wird auch niemanden verwundern), dass sich heute bereits mehr als 90% aller Mikroprozessoren in intelligenten Produkten und Produktionsanlagen befinden, Tendenz steigend. IKT-Technologie und deren Produkte bieten den Nutzern, durch einen mit der Nutzung in Verbindung stehenden Service, einen ständigen Mehrnutzen. Zugleich sinken die Einstiegspreise für die Technologie. Das führt zu einer schnellen Verbreitung von digitalen Produkten in nahezu allen Lebensbereichen.

Zauberwort 4.0

Unter dem magischen Begriff Industrie 4.0 Technologien wird im Mittelstand spätestens seit Beginn 2015 die vollständige Vernetzung von Produktionsabläufen, der Einsatz von sich selbst steuernder Logistik sowie IoT Gegenständen und Geräten derzeit viel diskutiert. Während einige sich schon angewidert entfernen, haben andere die technische Voraussetzung geschaffen, um intelligente Maschinen und Produkte einzusetzen, die miteinander kommunizieren. Kommunikation ist dabei der Schlüssel, das Werkstück wird in die Lage versetzt, Informationen über seinen Bearbeitungszustand und derzeitigen Aufenthaltsort auszusenden, verbunden mit dem Datenzugriff auf Konstruktion und käuferseitige Konfiguration erhöhen sich Produktindividualität und Qualität. Die Sensoren in Produktionsmaschinen melden, wann ein Verschleißteil ausgewechselt werden muss, fordern via Internet die nächste Wartung an und informieren über alle Bearbeitungseventualitäten bei den Produkten. Alle Daten zusammengefasst, entsteht in vernetzten Unternehmen ein Cyber-physikalisches System. Es ist eine Art Gedächtnis der Produkte und kann den ganzen Lebenszyklus begleiten und abbilden.

Digitalisierung ist ein Prozess – und jeder erlebt ihn anders

Die Einrichtung der IP-basierten Produktion (IP = Internet Protokoll), ist ein evolutionärer Prozess. In mittelständischen Unternehmen steht er noch am Anfang. Um so wichtiger, hier nicht den technologischen Anschluss zu verlieren. Die Studienteilnehmer wurden daher auf den Einsatz von digitalen Prozessen zu den folgenden drei Punkten befragt: Beschaffung, Abstimmung von Arbeitsabläufen, Logistik. Hier ist eine internetbasierte Unterstützung die technologische Voraussetzung für ein zukunftsträchtiges „Fit für Industrie 4.0“.

Was heißt eigentlich Business Intelligence?

Während in der Beschaffung 43% der Unternehmen bereits internetbasiert arbeiten, werden die Abstimmungsprozesse in den Arbeitsabläufen nur zu 26% digital gestützt, Spitzenreiter ist hier der Dienstleistungssektor. Bei der Organisation und dem Monitoring der Logistik sind es 35%, die auf digitalisierte Lösungen setzen, wobei hier das verarbeitende Gewerbe hervorsticht. Als ernüchternd stellt sich der Einsatz der Digitalisierung in der Produktion da.

Um logistische Vorgänge in Echtzeit zu erfassen, werden Auto-ID-Technologien (RFID, Barcode oder NFC) eingesetzt. Ca. 35% der an der Studien teilnehmenden Unternehmen nutzen bereits diese Technologie – 7% sind in der Planungsphase. Mangelnde Relevanz gilt für die Unternehmen ohne Inhouse-Logistik.

Digitale Unterstützung des Vertriebs

Für die meisten Unternehmen ist die eigene Homepage Dreh- und Angelpunkt der digitalen Vertriebsstrategie. So ergibt die Studie, dass mehr als 90% eine eigene Homepage für den Vertrieb einsetzen. Jedes dritte Unternehmen nutzt Social Media oder plant deren Nutzung im Jahr 2016 zu starten. Dies unabhängig von der Unternehmensgröße. Das heißt allerdings noch nicht, das die Sozialen Medien etwa schon ins Echtzeit Monitoring aufgenommen werden.

Der Einsatz von Social Media wird von der Kundenstruktur abhängig dargestellt. Eins von drei Unternehmen, das B-2-C Handel treibt, nutzt heute bereits Facebook, Twitter, Google oder Youtube für den Vertrieb, bei reinem B2B Handel sind es nur 25%.

Personalgewinnung oder sind Fachkräfte online zu finden?

Eine entscheidende Frage ist im Mittelstand der Fachkräftemangel. Daher wurde auch die Mitarbeitergewinnung betrachtet. Der demografische Wandel wirkt sich im Mittelstand stark aus. Dazu verschärft sich zur Zeit noch der Wettbewerb um Fachkräfte, denn Großunternehmen sind für Studienabgänger die attraktiveren Arbeitgeber. Wie kann Personalbeschaffung digital erleichtert werden, insbesondere die Suche von Auszubildenden und jungen Nachwuchskräften?

40% der Unternehmen nutzen die unternehmenseigene Homepage für Stellenanzeigen, 8% betreiben eigene Bewerbungsportale – hier sind es ausschließlich die großen mittelständigen Unternehmen. Das Einbinden sozialer Medien in die Personalbeschaffung liegt bei 15%.

Schreibtischtäter

Dank moderner Informations- und Kommunikationstechnologie können viele Bürotätigkeiten auch ohne eine Anwesenheit beim Arbeitgeber ausgeführt werden. Arbeit kann durch internetbasierte Vernetzung sogar völlig ortsunabhängig erfolgen. Vorausgesetzt, es besteht ein externer Zugriff auf E-Mails und Dateien und entsprechende Arbeitsmodelle wurden vereinbart. Den externen E-Mail Zugriff ermöglichen 64% der Unternehmen, je größer das Unternehmen, je höher die Chance. Die Hälfte der kleinen Unternehmen (Umsatz < 1 Mio. €) bei größeren (ab 50 Mio. € Umsatz) ist es Standard. Welcher, ist unabhängig von der Branche.

Anders ist es beim externen Zugriff auf die Dateien, hier sind es 49% aller Unternehmen. Großunternehmen bieten  den Zugriff häufiger an, als die kleineren Unternehmen. Wer den Zugriff verweigert, hält es a) für nicht relevant und/oder es bestehen b) große Sicherheitsbedenken. Ca. 13% der Mitarbeiter arbeiten regelmäßig von Zuhause.

Datensicherheit ernst nehmen … doch meist ohne Plan

Wer sich von den Unternehmen stärker mit die Digitalisierung auseinandersetzt, sieht die hohe Bedeutung der Datensicherheit. Wobei große Unternehmen mehr Wert auf Datensicherheit legen. Als Gründe dafür werden benannt: höherer Kommunikationsbedarf, stärkere Vernetzung und höherer Innovationsgrad. Hier gibt es auch immer eigene IT-Abteilungen und Sicherheitsvorschriften für Mitarbeiter.

Dazu gibt die Studie folgende Erklärung: „… Investitionen sind für große Unternehmen leichter zu realisieren als für kleine Unternehmen. Dies belegt eine Studie im Auftrag des BMWi, aus der hervorgeht, dass deutsche mittelständische Unternehmen IT-Sicherheitsrisiken zwar als Bedrohung wahrnehmen, aber keine ausreichenden Gegenmaßnahmen ergreifen (vgl. WIK Consult 2012). Lediglich 37% der KMU haben schriftlich niedergelegt, welche IT-Sicherheitsregeln gelten. Gemäß einer laufenden Trendumfrage des TÜV-Süd, die gemeinsam mit der Ludwig-Maximilian-Universität München durchgeführt wird, und an der über 2.000 Unternehmen (Stand Oktober 2014) teilgenommen haben, haben 39% der Unternehmen kein systematisches Vorgehen im Falle von Datenschutzverletzungen definiert.“

Wie Digitalisierung den Widerhall im Geschäftsmodell findet

Digitalisierung ist ein weltumspannender Megatrend und die Veränderungen sind nicht mehr rückgängig zu machen. Chancen und Risiken der Digitalisierung werden in unterschiedlichem Maße wahrgenommen, doch ist nahezu jedes Unternehmen mit seinem Geschäftsmodell betroffen. 86% der befragten Unternehmen geben an, dass internetbasierte Informations- und Kommunikationstechnologien Teil ihres Geschäftsmodells sind. Anderseits gibt die Mehrheit an, IKT sei aber nicht entscheidend für das Geschäftsmodell. Das macht mich ratlos. Ich stehe auf dem einzigen Gleis weit und breit und höre einen Zug kommen, doch sehe ich ihn nicht …

Nun ja, immerhin wird diesen Geschäftsmodellen ein unterstützender Charakter attestiert. 25% jedoch sagen, ihr Geschäftsmodell wäre ohne IKT nicht mehr denkbar. Das gilt eher für Unternehmen aus dem Handel als dem Bausektor.

Mahnend beschreibt die Studie, dass erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle zu passgenaueren, preisgünstigeren und schnelleren Lieferzeiten führen – und auch Zahlungen unkomplizierter ablaufen. Und ja, es ist richtig, Digitalisierung erleichtert den Zugriff auf ständig verfügbare Informationen und gestattet das Vergleichen von Produkt- und Servicequalität.

Befragte benannten folgende Sorgen: ständig wachsender Wettbewerb, Preisverfall, sinkende Kundenbindung, weniger menschlicher Kontakt zu Geschäftspartnern, Notwendigkeit der Datensammlung von Nutzerdaten und Wünschen … Als positiv benannt wurden: individualisierte Produkte, gezielte Angebote.

Weichenstellung Richtung Markt

Zitieren will ich abschließend das Fazit der Studienmacher: „Der Mittelstand bildet mit einem Anteil von ca. 95% an allen Unternehmen das wirtschaftliche Rückgrat in Deutschland und wird weltweit als sehr leistungsfähig anerkannt. Die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit nahezu aller kleinen und mittelständischen Unternehmen hängt jedoch u.a. davon ab, ob die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung für das eigene Unternehmen nutzbar gemacht werden (können).“

Die Ergebnisse der Studie können uns in zweierlei Weise ins neue Jahr begleiten, als Mahnung und als Leitstrahl für die Arbeit im eigenen Unternehmen. Digitalisierung ist nicht in einem Tag getan und zu keiner Zeit abgeschlossen. Ob es das Monitoring des Social Media Streams betrifft oder die Einrichtung eines ERP Systems, die mit der Digitalisierung der Prozesse beginnt, die Früchte werden ein besserer Stand im sich immer stärker internationalisierenden Wettbewerb sein. Global denken, regional handeln. Starten wir dort, wo Sie heute stehen.

Ralf Hasford
Partner im VBU und Kompetenzteam Mittelstand 4.0

Die IfM Studie finden Sie hier: http://www.ifm-bonn.org/uploads/tx_ifmstudies/IfM-Materialien-244_2015.pdf

Start in die Digitalisierung: http://fels-oder-brandung.de

 


Moderator | Sprecher – Marke, Industrie 4.0 im Mittelstand autorisierter Berater Offensive Mittelstand: Bussiness Kommunikation, INQA Unternehmenscheck, Unternehmensentwicklung mit Erfolgsfaktor Business DNA. Kommunikation ist die wertvollste Errungenschaft der denkenden Menschheit, jetzt wird sie verstärkt in die Welt der Technik implantiert. Werte und Ziele in der Kommunikation machen sie unverwechselbar, eigenständig, überzeugend.Schneller auf den Punkt kommen.

Digitale Transformation findet immer breitere Anwendungsbereiche in der Arbeitswelt.

Hasford mit seinem Berliner Büro arbeitet als Business Moderator und Coach. In Workshops, Meetings und Führungskräftecoachings arbeitet er strukturiert und systemisch. Sein Arbeitsfeld erstreckt sich von der internen Konfliktmoderation und Problemlösung bis zu Werte, Ziele, Innovationen.

Neue Geschäftsmodelle können die Wirtschaft beflügeln – Hasford führt Sie dahin, dass Sie mit neuen Geschäftsmodellen den richtigen Platz im Markt finden. Sie zu den Antworten zu führen, ist seine Arbeit und Leidenschaft. Er moderiert Workshop, Meeting, Seminare und Fachtagungen souverän und bringt Sie schneller auf den Punkt.

 

Hasford | Business Kommunikation … http://hasford.deinfo@hasford.de | Goßlerstr. 22, 12161 Berlin

News – Erfahrene Unternehmer-Berater im Verbund beratender Unternehmer stehen Ihnen und Ihrem mittelständischen Unternehmen zur Lösung Ihrer Aufgabe zur Seite – aus der Praxis für die Praxis. Beratung für B2B, KMU, Existenzgründer, Generationswechsel, Übergabe - Übernahme. Themen der einzelnen im Verbund arbeitenden Berater sind u.a. Organisation Coaching/Mentoring Produktmanagement Vertrieb Marke Markengestaltung Markenstrategie Controlling Mediation VBU Köln-Bonn Kreativität Innovationen Change Management Existenzgründung Unternehmensnachfolge Projektmanagement IT Einkauf Finanzen Restrukturierung Beschaffung Risikomanagement Recht Steuern Interim Management Sanierung Personal Prozessmanagement Social Media Beratung Rating Logistik Qualität Seminare/Workshops Analysen/Gutachten Vitalisierung Vorträge ... http://vbu-berater.de

Wie steht’s um die Unternehmernachfolge?

Unternehmernachfolge: VBU Partner im Interview

„Es ist eins der großen Wirtschaftsthemen unserer Zeit“ stellt Bernd Friedrich fest, auf Unternehmernachfolge spezialisierter Unternehmensberater. Im Interview mit dem Online Fachmagazin European Business Network pointiert Friedrich die wichtigsten Herausforderungen. Sein Kollege Georg W. Moeller, verleiht in einem weiteren Interview mit dem „Golfmagazin“ dem Thema noch einen zusätzlichen Akzent: Wie können Unternehmer auch nach der Übergabe ihr Leben die nächsten 25 bis 30 Jahre sinnvoll gestalten?

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